Für viele Menschen ist der Körper kein Ort zum Entspannen oder gar ein sicherer Ort.

Warum, wie kommt das?

In unserem Körper sind alle Erinnerungen und Erfahrungen abgespeichert, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. In unserer heutigen Gesellschaft hat der Körper v.a. die Funktion zu funktionieren und leistungsstark zu sein, damit wir den Anforderungen des Alltags standhalten können. Der Verstand ist sozusagen die Kommandozentrale, der über den Körper herrscht. Wenn der Körper uns signalisiert, dass er müde ist und eine Pause braucht, treiben wir uns an weiterzumachen, schließlich werden die Emails nicht von alleine geschrieben, die Deadline muss eingehalten werden und auch die Kinder müssen versorgt werden.

Nur wenn wir leisten, haben wir als Mensch einen Wert in dieser Gesellschaft – So zumindest wird es uns oft suggeriert. Wer nicht abliefert, fällt hinten runter. Und unser Körper kann in der Tat eine Menge kompensieren und nimmt uns damit viel ab. Da ist es fast nebensächlich, dass uns Schulter – und Nackenschmerzen plagen, wir nicht mehr richtig schlafen, Verdauungsprobleme bekommen und vielleicht sogar unter Angstzuständen und Panikattacken leiden. All diese Symptome lassen sich mit Hilfe von Medikamenten, Massagen oder Physiotherapie behandeln – zumindest bis zu einem gewissen Grad.
Viele meiner Klient:innen kommen zu mir, weil sie auf lange Sicht keine Erleichterung finden. Nicht selten spüren sie, dass hinter den Symptomen bzw. dem Stress andere Ursachen liegen. Oftmals höre ich in einem Erstgespräch: „Ich weiß, dass da mehr in meinem Körper steckt, was ich bisher nicht genutzt habe. Ich habe ihm bisher einfach nie viel Beachtung geschenkt. Aber jetzt möchte ich es herausfinden.“

Auch wenn heutzutage die Verbindung von Psyche und Körper nicht mehr fremd ist, so scheint es für viele doch weit hergeholt, dass physische Symptome oft psycho -somatisch sind und dahinter eher unverarbeitete Emotionen oder Ereignisse liegen, die bisher nicht integriert wurden.

Daher ist es also verständlich und kein Wunder, dass der Körper mit all seinen Bedürfnissen und Empfindungen eher stört und uns vielleicht sogar überwältigt, warum wir uns nicht sicher fühlen im eigenen Körper. Stress und innere Unruhe stellen sich ein, da wir nie wirklich entspannen.

Typische Symptome bei Stress und innerer Unruhe:

  1. Schlafstörungen
  2. Erschöpfung
  3. Depression
  4. Erregbarkeit
  5. Geräuschempfindlichkeit
  6. Herzrasen
  7. flache und hektische Atmung
  8. Atemnot
  9. Angst und Panikattacken

Warum ist das Körperbewusstsein und die Verbindung zum Körper so wichtig für das allgemeine Wohlergehen?

Die Frage, die sich viele stellen ist absolut berechtigt: warum soll ich auch noch bewusst all diese unangenehmen Gefühle in mir fühlen und ihnen Aufmerksamkeit schenken?

Natürlich geht es nicht darum, sich in schlechten Gefühlen zu aalen, aber gleichzeitig gehören schmerzhafte Erfahrung zum Leben dazu und schenken uns oft die Reife und Tiefe in unserer Persönlichkeit.

Der Körper hält eine unglaubliche Weisheit bereit. Diese innere Weisheit kennt den roten Faden, der sich durch jedes Leben individuell zieht und den Lebensweg steuert. Der Körper oder auch das Herz weiß um die schmerzhaften Erfahrungen von Trennungen, Verlust, unerfüllte Träume und Sehnsüchte. Aber in dem Empfinden von Trauer, Angst, Sehnsucht, Einsamkeit, Träume offenbart sich erst die tiefe Weisheit, die in allen von uns steckt.

In der Trauer wird uns plötzlich klar, wie wichtig uns jemand war, in der Sehnsucht nach etwas, wird uns klar, was uns wirklich wichtig ist im Leben, die Angst kann auch ein gesundes Warnzeichen des Körper sein, uns zu schützen, in der Wut werden wir uns bewusst, wo unsere Grenzen übergangen wurden.

Wir entdecken unsere eigenen Ressourcen und wir kommen v.a. auch in die Selbstermächtigung, denn die Erkenntnisse und Antworten kommen aus uns selbst. Über Yoga, Atemarbeit und Somatic Movement oder auch anderen Bewegungsformen, wird der Körper geöffnet und das Körperbewusstsein gestärkt. Blockierte Emotionen kommen ins Fließen und Einsichten entstehen.

All die Körpersymptome, die wir vorher hatten, werden weniger oder verschwinden sogar ganz, denn wir sind nun in Kontakt mit dem, was dahinter liegt und finden Lösung und Entspannung.

Schritte in ein gesundes Körpergefühl

Stress und Burnout sind in den meisten Fällen eine Folge davon, dass wir zu lange über uns selbst hinweg gegangen sind und all die körperlichen Signale ignoriert haben.

  1. das Körperbewusstsein stärken
  2. die eigenen Bedürfnisse wieder wahrnehmen und respektieren
  3. gesunde Grenzen etablieren
  4. für sich selbst einstehen und Bedürfnisse kommunizieren
  5. sich 10 Minuten am Tag Zeit nehmen für Yoga, Atem, Meditation, Qi Gong o.ä., um die Verbindung mit dem Körper und sich selbst zu stärken
  6. die eigenen Sinne öffnen : Blumen im Haus, die einen schönen Duft versprühen; ein schönes Bild oder einen Ausblick aus dem Fenster, der etwas innerlich berührt und weckt; die eigene Lieblingsmusik

Diese 6 Schritte können bereits einen Unterschied machen. Natürlich gibt es manchmal tiefere Gründe, die uns in permanente Leistung treiben wie z.B. ein geringes Selbstwertgefühl, unverarbeitete Trauer oder Traumata, Glaubenssätze u.v.m. In diesen Fällen macht es durchaus Sinn, sich Unterstützung und Hilfe bei einem Coach oder Therapeut/in zu holen, Ich biete Somatic Coaching an, in dem ich dich gerne auf dieser Reise unterstütze.