Breathwork ist ein Begriff, der die Arbeit mit dem Atem beschreibt. Der Atem die direkteste Verbindung zu unserem Geist und Emotionen. Diese Verbindung haben sich die alten Yogis & alte Kulturen wie Taoismus, Sufismus, Budhismus zunutze gemacht und viele verschiedene Atemtechniken entwickelt. Der Westen hat viele dieser Techniken übernommen bzw. weiterentwickelt.

Was versteht man unter Breathwork?

Breathwork ist der Überbegriff für die Arbeit mit dem Atem und erlebt im Moment eine Revolution. Er wurde v.a. im Westen geprägt und umfasst viele verschiedene Techniken. Viele dieser Techniken haben sich die Übungen des Pranayama (yogische Atemarbeit) zunutze gemacht und teilweise verändert bzw. modifiziert.

Im  Breathwork steht der Atem und nicht die körperliche Übung im  Vordergrund. Die Atmung wird je nach Technik und Methode im Rythmus und Tempo sowie gezielte Atempausen modifiziert, um unterschiedliche Wirkungen zu erzeugen.

Verschiedene Arten von Breathwork und ihre Wirkung

Es gibt viele verschiedene Arten von Breathwork so wie wir auch im Yoga viele verschiedene Stile finden, die sich in manchen Aspekten ähneln und in anderen Aspekten sehr unterscheiden.

Hier sind einige der bekanntesten Arten des Breathwork und ihre Wirkung:

Buteyko Methode

Die Buteyko-Methode ist eine Atemtechnik, die von dem sowjetischen Arzt Konstantin Buteyko in den 1950er Jahren entwickelt wurde. Sie basiert auf der Idee, dass viele Gesundheitsprobleme durch eine übermäßige Atmung verursacht oder verschlimmert werden. Die Methode zielt darauf ab, die Atmung zu regulieren, um den Kohlendioxidgehalt im Körper zu erhöhen und dadurch verschiedene Symptome zu lindern.

Typischerweise wird bei der Buteyko-Methode eine flache und ruhige Atmung praktiziert, wodurch der Kohlendioxidgehalt im Blut erhöht wird. Dies soll dazu führen, dass sich die Atemwege entspannen und sich der Sauerstoff besser im Körper verteilt. Die Methode wird oft zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma, Allergien und chronischer Bronchitis eingesetzt. Sie kann auch zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens beitragen.

Holotropes Atmen

Holotropes Atmen ist eine von Stanislav Grof entwickelte Atemtechnik, die als Teil seiner transpersonalen Psychologie und seiner Arbeit mit nicht-alltäglichen Bewusstseinszuständen konzipiert wurde. Das holotrope Atmen beinhaltet eine intensive und rhythmische Atmung, die dazu führt, dass sich der Atemzyklus beschleunigt und vertieft. Dies wird oft in Gruppen durchgeführt und kann von Musik begleitet werden, um eine veränderte Bewusstseinszustände zu induzieren.

Die Idee hinter dem holotropen Atmen ist, dass durch diese spezielle Atemtechnik ein veränderter Bewusstseinszustand erreicht wird, der als holotropes Bewusstsein bezeichnet wird. In diesem Zustand können tiefgreifende spirituelle, emotionale und psychologische Erfahrungen auftreten, die oft als heilend oder transformativ erlebt werden. Die Praxis des holotropen Atmens wird manchmal in therapeutischen Kontexten verwendet, um emotionale Blockaden zu lösen, persönliches Wachstum zu fördern und spirituelle Erkenntnisse zu erlangen.

Rebirthing Breathwork

Rebirthing Breathwork, oft einfach als Rebirthing bezeichnet, ist eine Atemtechnik, die darauf abzielt, tiefe Entspannung und emotionale Heilung zu fördern. Es wurde in den 1970er Jahren von Leonard Orr und Sondra Ray entwickelt. Die Praxis umfasst eine bewusste, rhythmische Atmung, die dazu führt, dass sich der Atemzyklus vertieft und verlängert.

Während des Rebirthing-Prozesses konzentriert sich die Person auf ihre Atmung und versucht, durch sie hindurchzuströmen und emotionale Blockaden oder Traumata freizusetzen. Oft wird die Technik in einer entspannten Umgebung durchgeführt, oft mit sanfter Musik und Unterstützung durch einen erfahrenen Begleiter oder Trainer.

Der Begriff „Rebirthing“ bezieht sich auf die Idee, dass die intensive Atmung es ermöglicht, vergangene traumatische Ereignisse, einschließlich der Geburt, wiederzuerleben und zu verarbeiten. Es wird geglaubt, dass dies zu emotionaler Heilung und spirituellem Wachstum führen kann. Es ist wichtig, Rebirthing von qualifizierten Fachleuten geleitet wird, da intensive Emotionen auftreten können und eine angemessene Unterstützung wichtig ist.

Wim Hof Methode

Die Wim-Hof-Methode, auch bekannt als „Wim-Hof-Atmung“ oder „WHM“, ist eine Technik, die von dem niederländischen Extremsportler Wim Hof entwickelt wurde. Die Methode kombiniert spezifische Atemtechniken, Kältetherapie und Meditation, um die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern sowie das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

Conscious Breathing (der bewusste Atem)

Bewusstes Atmen, auch als bewusste Atmung oder Conscious Breathing bezeichnet, bezieht sich auf die Praxis, die Atmung bewusst zu steuern, um körperliches, emotionales und geistiges Wohlbefinden zu fördern. Es handelt sich um eine einfache, aber kraftvolle Technik, die oft in verschiedenen meditativen und therapeutischen Praktiken verwendet wird.

Die Idee hinter dem bewussten Atmen ist, dass durch die Fokussierung auf die Atmung eine Verbindung zwischen Körper und Geist hergestellt wird und eine tiefe Entspannung sowie ein gesteigertes Bewusstsein erreicht werden können. Durch bewusstes Atmen kann man oft Stress reduzieren, die Konzentration verbessern, emotionale Regulation fördern und das allgemeine Wohlbefinden steigern.

Es gibt verschiedene Techniken für bewusstes Atmen, darunter:

  1. Tiefe Bauchatmung: Hierbei wird die Atmung tief in den Bauchraum gelenkt, indem man sich darauf konzentriert, den Bauch beim Einatmen zu heben und beim Ausatmen sinken zu lassen.
  2. Rhythmische Atmung: Bei dieser Technik atmet man in einem bestimmten Rhythmus ein und aus, wobei die Ein- und Ausatemphasen gleichmäßig gehalten werden.
  3. Pranayama: Pranayama ist eine Atemtechnik aus dem Yoga, die verschiedene Atemmuster und Atemkontrollen umfasst, um verschiedene Wirkungen auf Körper und Geist zu erzielen.
  4. Achtsamkeitsbasierte Atemmeditation: Diese Praxis beinhaltet das einfache Beobachten des Atems, ohne ihn zu verändern oder zu kontrollieren, um Präsenz und Achtsamkeit zu entwickeln.

Bewusstes Atmen kann allein oder in Verbindung mit anderen meditativen oder Entspannungstechniken praktiziert werden und ist eine zugängliche Möglichkeit, die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern.

Breathwork und Gesundheit

Der Atem ist einer der wichtigesten körperlichen Funktionen, um den Körper, das Gehirn und die Organe mit Sauerstoff zu versogen. Nicht nur der Blutdruck und das Herz- Kreislaufsystem werden von der Atmung beeinflusst.

Breathwork und das Nervensystem

Der Atem wird vom vegetiativen Nervensystem gesteuert. Über gezielte Atemtechniken können wir wiederum Einfluss auf das Nervensystem nehmen.

Breathwork und Stressabbau

Eine langsame, verlängerte Ausatmung hat einen positiven Einfluss auf den Teil des vegetativen Nervensystem, den man Parasympathikus nennt. Er ist für Erholung und Regeneration zuständig. Sein Gegenspieler ist der Sympathikus, den wir für Aktivität und Umsetzung unserer Pläne im Alltag brauchen.

Die Einatmung aktiviert den Sympathikus, die Ausatmung aktiviert den Parasympathikus. Durch (chronischen) Stress wird die Atmung oft schneller und die Ausatmung flacher. das führt meist zu einer Überatmung (Hyperventilation), die auch Stressatmung genannt wird. Wenn die Stressatmung anhält und zur Gewohnheit wird, kann das zu Angstzuständen, Panikattacken, Herz – Kreislaufstörungen uvw. führen.

Durch bewusste, langesame Ausatmung und mit Hilfe von Bauch – bzw. Zwerchfellatmung kann der Stressatmung engegengewirkt werden und der Stress abbgebaut werden.

Breathwork und das Herz-Kreislaufsystem

Wie schnell oder langsam wir atmen beschleunigt oder entschleunigt den Herzschalg. Seit dem Bestseller „Breathe“ von James Nestor ist auch das Wissen um das missverstandene Molekül CO2 bei der Masse angekommen. Unser Körper braucht Sauerstoff, doch um den Körper mit Sauerstoff versorgen zu können, braucht er v.a. CO2. Kohlendioxid ist nicht einfach ein Abfallprodukt, das es gilt wieder auszuatmen. Kohlendioxid ist ein ganz wichtiges Element, dass der Sauerstoff vom Blut in die Zellen abgegeben wird, es erweitert die Bronchien und unterstützt die Durchblutung zum Gehirn.

Wenn wir zu schnell und zu viel (aus-) atmen (Hyperventilation), haben wir zu wenig CO2 im Körper für eine gesunde Körperfunktion. Viele Erkrankungen wie Herz-Kreislauf Beschwerden, Allergien, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Entzündungen sind mitunter Folge einer dysfunktionalen Atmung.

Tiefes atmen, bedeutet nicht so viel wie möglich an Luft einzuatmen, sondern es bedeutet in den Bauch zu atmen und das Zwerchfell miteinzubeziehen.

Breathwork und Emotionen

Wenn wir atmen fühlen wir. Aus diesem Grund „hören wir auf zu atmen“ , zumindest soweit, dass es nicht lebensbedrohloich wird, um nicht fühlen zu müssen. Das ist eine oft unbewusste Schutzreaktion. Denn Emotionen und Atmung sind untrennbar miteinander verbunden, denn sie hängen mit dem Nervensystem zusammen. Wenn wir beginnen volle, tiefe Atemzüge zu machen, kommen wir in Verbindungen mit emotionalen Blockaden und können über bewusstes Atmen beginnen, diese zu lösen. Daher ist auch Achtsamkeit im Breathwork geboten. Nicht für alle ist eine intensive Breathworkstunde mit starkem Hyperventilieren geeignet! In diesen (oftmal auch über 15-30 Minuten) andauernden Überatmung kann mehr gelöst werden, als in dem Moment verarbeitet und integriert werden kann und der Körper geht zurück in einen Schutzmechanismus. Sanfte, langsame Atemphasen, die bewusst ausgeführt werden, lösen Blockaden, ohne dass sie zur Überwältigung führen und somit gelöst werden. Die Erfahrung kann integriert werden.

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