Was ist Somatic Movement

Wir finden heute immer mehr eine sog. somatische Praxis in den unterschiedlichsten Gebieten: somatic experience ( Traumatherapie nach Peter Levine), somatische Psychotherapie, somatic Yoga, somatic education (Thomas Hanna). Thomas Hanna nutze den Ausdruck somatisches Training, um Methoden des sensorisch-motorischen Trainings, um die motorische Steuerung und Empfindungen zu verbessern und muskuläre Gewohnheiten zu verändern. Viele berichten eine große Verbesserung von chronischen Schmerzen, des Bewegungsspielraums, bei Stress und Schlafproblemen. 

Das Wort „Somatic (deutsch: somatisch)“ bedeutet „auf den lebendigen Körper bezogen“ und wurde in der Medizin oft bezogen auf das somatische Nervensystem, körperliche Schmerzen ect.

Was genau bedeutet das und gibt es einen Unterschied zu anderen Bewegungspraktiken?

Wenn wir somatisch arbeiten und etwas verändern wollen, dann sind langsam ausgeführte Bewegungen besonders hilfreich. Durch die Entschleunigung werden alle Bewegungsmuster bewusst und wir bringen Bereiche mit dazu, die wir lange nicht mehr berührt und wahrgenommen haben – nicht nur körperlich, sondern auch geistig und psychisch. Sie sind wie blinde Flecken, die wir auch in unseren Bewegungsmöglichkeiten völlig vergessen haben. In schnellen, unachtsamen Bewegungen fallen wir schnell in den Autopiloten und nutzen die bereits ausgetretenen Pfade. Oder wir laufen immer mit dem Kopf gegen dieselbe Wand, in der Hoffnung, endlich durchzukommen und übersehen die offene Tür, die rechts von uns liegt. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ganz präsent in den Bewegungen zu sein, um immer feiner zu spüren, was im Körper vor sich geht. Was für ein Feedback gibt uns der Körper und auch der Atem? Wir warten auf den Körper und gehen mit ihm anstatt gegen ihn. Der Effekt ist enorm! In dem Moment, wo wir mit dem Körper und dem Atem beginnen zu arbeiten, öffnen sich der innere Körper und auch der innere Atem, d.h. die Energie kommt natürlich in den Fluss, Spannungen lösen sich, unser Nervensystem reguliert sich und Körper und Geist sind in Verbindung. 

Je länger wir üben, desto bewusster werden wir, wann wir in unseren Gedanken leben und wann in unseren körperlichen Empfindungen. Unsere Gedanken sind u.a. die Geschichten, die wir (seit Jahren) in uns kreisen. Ähnlich wie mit dem Bild des Kopfes, der gegen die Wand rennt, so kreisen wir immer nur in der einen Geschichte und sind blind für die Tür in eine neue Perspektive, die alles verändern kann. Der Körper ist sehr präsent und im Hier und Jetzt. Über ihn können wir gestaute Energien entladen, neue Perspektiven und Möglichkeiten finden. Es erlaubt uns, Erinnerungen zu verarbeiten und Erfahrungen zu etablieren. Daher ist der Körper heutzutage immer mehr ein wichtiger Bestandteil in der Traumatherapie.

Die somatische Praxis ist mehr ein forschen, ein kreativer, innerer Prozess, als einer klaren vorgeschriebenen äußeren Form zu folgen. 

Die Ausführung ist sehr natürlich und organisch so wie wir als Kinder Laufen gelernt haben. Wir probieren, fallen, stehen wieder auf, forschen als wenn es das erste Mal wäre. Im Zen spricht man auch oft vom Anfänger Geist. Wenn wir die Wachheit und Neugier und Freude mitbringen, die wir bei allem Neuen, was wir tun, empfinden, werden wir immer wieder was Neues entdecken. Wir erfahren eine Öffnung nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern in unserem ganzen Sein. 

Ich habe Somatic Movements v.a. mit Peter Appel im Movingness gelernt. Hier erforschen in unterschiedlichen Serien von Earth Series, Gecko & Dolphin Series bis zu Tiger Series den Körper auf ganz unterschiedliche Weise.

Die  wesentliche Grundlage wie bei allen Somatischen Ansätzen ist, dem Körper eine Erfahrung von Sicherheit zu geben, in dem wir im Liegen beginnen. Wir nutzen wir den Boden als beständigen und zuverlässigen Partner, um die Muskeln besser entspannen zu können und ein Gefühl der Sicherheit zu etablieren. Durch einen bewussten Kontakt zum Boden werden die Nervenenden aktiviert, die eine Freude und Wohlbefinden im Körper erwecken.  Aus der Entspannung bringen wir langsam mehr und mehr Aktivität mit hinein. Aber v.a. geht es darum, die Bewegung zu genießen, Freude darin zu empfinden und spielerisch zu sein. Das ist der beste Weg für das Nervensystem zu entspannen und zu lernen.

Durch aktives Dehnen im Gegensatz zum statischen Dehnen werden Verklebungen v.a. in den Faszien gelöst, wo der Stress gespeichert wird. Über die Entspannung gehen wir in aktivere Bewegungen, um Resilienz aufzubauen. Über die somatische Erfahrung lernt das Nervensystem in der Aktivität oder „Stress“ entspannt und verbunden zu bleiben.

Diese Form der Bewegung fließt mitlerweitle immer mehr in meine Yoga Praxis und v.a. in meine Atemarbeit mit ein.

Je mehr wir uns im eigenen Körper sicher und Zuhause fühlen und beweglicher werden, desto kontaktfreudiger, unternehmungslustiger und kreativer bewegen wir uns auch durch die Welt.

Nach den Session wirst Du Dich erstaunlich wach & entspannt zugleich fühlen. Manche beschreiben es wie ein guter, erholsamer Mittagsschlaf.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß am Forschen & an der Entdeckung all Deiner Möglichkeiten und Deines Potenzials. Gerne unterstütze ich Dich auf  Deiner Reise. Ich biete Atemunterricht in Berlin und Istrien (Kroatien) und somatic Coaching an.